“Ab in die Cloud” – Wer kennt sie nicht: Die Werbung von Microsoft mit der netten Familie, deren weibliches Familienoberhaupt ihre Schützlinge liebevoll mit “Brut” betitelt. Was vor mehr als einem Jahrzehnt eher noch für Großkonzerne interessant war, ist mittlerweile auch bei Heimanwendern angekommen.

Warum ist die Cloud für Webseitenbetreiber sinnvoll?

Für mich ist hier in erster Linie die Ladegeschwindigkeit hervorzuheben. Zusammen mit einem CDN (Content Delivery Network) kann man wirklich beachtliche Erfolge erzielen.

Meiner Meinung nach werdet ihr dadurch nicht für alle Keywords von Platz 5 auf 1 springen, aber wenn eure Ladegeschwindigkeit deutlich schlechter als der Durchschnitt eurer SERPs ist, werdet ihr zurück gestuft.

Darüber hinaus ist Cloud Computing bei meinem Lieblingshoster Amazon absolut performant. Ich zahle nicht für den Speicherplatz sondern nur für den tatsächlich aufkommenden Traffic.

Das ist für Seiten, die größere Peaks bei den Besucherzahlen aufweisen, gleich doppelt interessant: Ich besitze Webseiten, die innerhalb des Jahres durch ihr Thematik gewissen Schwankungen unterliegen. Gerade wenn ein Thema in der Gesellschaft besonders hohe Suchanfragen generiert (man denke an Schweinegrippe und Co.), sollte die Seite zu dieser Zeit auf keinen Fall abschmieren.

Ich kenne Fälle, bei denen der Webmaster einfach vom Shared Hosting geflogen ist, weil er die anderen Seiten, die auf dem Server lagen, mit in die Knie sinken gewungen hat. Wer dadurch einmal mehrere hundert Euro verloren hat, zieht daraus seine Konsequenzen.

Nun aber zum Thema Amazon Cloud und CDN für WordPress ;)

Was benötige ich um WordPress in die Cloud zu auszulagern?

  • Amazon Web Services Zugang
  • Kreditkarte

Bei meiner Umsetzung kommt noch hinzu:

  • S3Fox
  • W3 Total Cache Plugin

Was benötige ich nicht?

  • Programmierkenntnisse
  • Zu viel Zeit

Was wird ausgelagert?

Bei meinem Beispiel werden nur die statischen Inhalte (Bilder, CSS, Javascript) ausgelagert, denn das können die mit Abstand größten Faktoren sein, die über eine schnelle Ladezeit entscheiden.

Schritt 1 – Amazon Web Services anmelden, Zugriff erhalten und konfigurieren

Zuerst muss man sich bei den Amazon Web Services registrieren. Nach der Freischaltung folgt dann die Anmeldung für Amazon S3 (Cloud) und Amazon Cloudfront (CDN). Zum Schluss generiert man sich hier noch einen Sicherheitsschlüssel, den man im weiteren Verlauf noch für den Zugriff auf die Amazon Dienste benötigt.

Nachdem dies erfolgreich abgeschlossen ist, kann man (wie mit einem FTP Client) mit dem Firefox Plugin S3Fox extern auf den Speicher zugreifen. Dort hinterlegt man seine Zugangsdaten (eMail, Access Key und Secret Key), und sollte sich dann erfolgreich einloggen. Hier werden zukünftig die ausgelagerten Daten in “Ordnern”, sogenannten Buckets, abgespeichert.

Schritt 2 – WordPress vorbereiten und Daten hochladen

Zuerst wird das WordPress Plugin W3 Total Cache installiert. In den Einstellungen wird dann bei “General Settings” in der Box “Content Delivery Network” ein Haken bei “Enable” gesetzt und “Amazon CloudFront” als CDN Type ausgewählt.

Auf der Unterseite “Content Delivery Network” hinterlegt man nun im Abschnitt “Configuration” den Amazon Access Key und Secret Key. Mit dem Klick auf “Create Distribution” wird bei Amazon das Bucket erstellt. In der Regel wird es die Domain als Namen tragen. In der Zeile “Replace site”s hostname with” wird nun automatisch die Subdomain von Cloudfront eingefügt. Danach kann man mit dem Button “Test CloudFront distribution” noch einmal überprüfen, ob es funktioniert und im Anschluss alles abspeichern.

Damit wären wir auch schon fertig :) Jetzt kommt aber noch die Extrarunde!

Schritt 3 – optional: CNAME Einträge in Nameservern hinterlegen

Wer noch die letzte Geschwindigkeit herauskitzeln möchte, kann das über mehrere CNAME Einträge der Cloudfront Subdomain in den Nameservern umsetzen. Diese werden im Anschluss im W3 Total Cache abgespeichert. Damit umgeht man das Browser Problem der maximalen Anzahl von HTTP Requests pro Domain gleichzeitig, da die Daten jetzt über mehrere Subdomains zur Verfügung stehen!

Fazit

Eingefleischte Programmierer werden wahrscheinlich lieber mit einer selbstgebauten Lösung arbeiten. Sicherlich gibt es auch viele andere gute Cloud und CDN Anbieter – das muss jeder für sich selber entscheiden. Für meine Bedürfnisse ist die Lösung über Amazon und W3 Total Cache aber ideal. Ohne viel Zeit zu verlieren kann man mehrere Projekte innerhalb kürzester Zeit optimieren.

Bild: © S.John – Fotolia.com

3 Comments

  1. Sebastian says: 22. November 2011 • 10:41:18

    Schönes Tutorial, kannst du noch einen Erfahrungswert zu den Kosten teilen?

    Antworten

  2. admin says: 22. November 2011 • 10:47:37

    Hi Sebastian,

    das ist natürlich auch von der Datengröße der Webseiten abhängig. Ich bezahle im Durchschnitt etwa 1 Cent auf 250 Besucher :)

    Antworten

  3. page says: 5. Oktober 2015 • 04:49:18

    Do you have to rely on your country to give you something all the
    time, think out of the box and improvise on how you would earn more than what employment can offer, CNBC investing may help.
    Supported hardware devices: UNIX supports less hardware devices than Windows.
    When advertising in an ezine, you place your advert in ezine that of the same or similar
    niche with what you are offering in your site.

    Very good blog! Do you have any recommendations for aspiring writers?
    I’m planning to start my own blog soon but I’m a little lost on everything.
    Would you recommend starting with a free platform
    like WordPress or go for a paid option? There
    are so many choices out there that I’m completely confused ..
    Any ideas? Many thanks!

    Antworten

Hinterlasse einen Kommentar