Wäre Suchmaschinenoptimierung so einfach, würden die Top10 Suchergebnisse vor schreienden Schuh Online Shops nur so strotzen. Tun sie aber nicht. Ein bisschen Onpage Mist hier, ein bisschen “schlechte” Links da, fertig ist die fehlende Sichtbarkeit. Grund genug aus der Perspektive des Dienstleisters eine Handvoll grundlegender Stolpersteine auf dem Weg zu Platz 1 bei Google um zudrehen und die Vernetzung von Problemen zu veranschaulichen.
 
 
 
 

1. Soziale Kompetenz

 

1.1. Schlechte Unternehmenskultur

 
Nichts ist schädlicher für Suchmaschinenoptimierung als eine schlechte Unternehmensorganisation und -kultur. Die Techies schießen gegen das Produktmanagement, das Produktmanagement vermöbelt das Management und die Führungsriege fragt sich, wofür sie die Nerds und deren Kaffeemaschine im Keller überhaupt bezahlen. Ein besonderes Highlight: Die Offliner schießen gegen die Onliner und andersrum. Da geht man lieber in Deckung.

So dreht sich alles im Kreis und der Suchmaschinenoptimierer steht verzweifelt dazwischen. Anstatt die Fäden zusammenzuführen und einen gemeinsamen Workflow aufzusetzen, wird er zwischen den Fronten zersetzt.

2. Fachliche Kompetenz

 

2.1. Falsche KPIs

 
Ja liebe Manager, man kann im Internet alles messen. Und nein, manchmal wird das Falsche gemessen. “Wir haben unsere Besucherzahlen verdoppelt” jauchzt der Division Manager vor Vorfreude. Was er verschweigt? Die Anzahl der Sales wird durch Popup-Besucher nicht gesteigert. Der Vorgesetzte klopft ihm aber aufmunternd auf die Schultern, während er sich genüsslich seine Höchstpunktzahl bei der Seitenwert Analyse anschaut. Und am Jahresende wundert man sich dann gemeinsam über die schrumpfenden Umsätze. Welcher Traffic-Kanal in der Zwischenzeit die Grätsche gemacht hat? Keine Ahnung, wo man das nachschauen kann. Analytics? “Wir könnten ja mal das eCommerce-Tracking aufsetzen…”

2.2. Kein ROI

 
Daten erheben schön und gut, aber sie auch noch richtig interpretieren ist eine andere Nummer. Suchmaschinenoptimierung ist immer eine Investition in die Zukunft und muss im Nachgang gemessen und bewertet werden. Nicht für jeden ist SEO sofort und langfristig lukrativ und der Tempel der Glückseligkeit. Eine steigende Sistrix-Kurve kann man sich zwar schön für das Büro einrahmen, wenn die Dienstleistungen das Kapital auffrisst, hat man aber nicht mehr als ein schönes Interieur für die folgende “Homeoffice”-Zeit.

2.3. Fehlende Einschätzung des Dienstleisters

 
Ich muss als Kunde nicht jeden Onpage Dreh bis ins Detail verstehen. Was aber als Ergebnis dabei heraus kommt, liegt in meiner Verantwortung. Schließlich habe ich den Dienstleister ausgewählt und beauftragt. Ein solides Grundwissen sollte ich daher mitbringen. Im BWL Studium belegt man nicht ohne Grund auch Jura.

2.4. Falsche Budgetallokation

 
Eins sollte sich jeder Betreiber eines Online Shops fragen: Was war zuerst da? Der Kunde oder der Sale? Es wird der Bestellprozess optimiert, die Conversion getweaked und eine Heatmap Analyse betrieben. Später wundert man sich aber warum man mit 100 Besuchern im Monat keine validen Daten über die vorgenommenen Veränderungen erhält. Höhepunkt ist dann die Aussage “Wir schalten jetzt Adwords – Komme was wolle – Der Qualitätsfaktor ist uns egal – Wie? – Den kann man durch Onpage Optimierung verbessern?”. Ja, liebes Unternehmen ihr schippert unnötig Kohle frei Haus über das “Dutch Sandwich” an die Google Shareholder. Wenn ihr Google Aktien habt, sei es Euch gegönnt. Wenn nicht überlegt lieber ob ihr es in euer Produkt, eure Webseite, stecken wollt.

3. Methodische Kompetenz

 

3.1. Fehlende Ressourcen / Falsche Prioritätensetzung

 
Der Klassiker: “Operations arbeitet gerade mit Hochdruck am Deployment.”“Wir müssen erstmal den Taschenkonfigurater launchen. Dann kommen die SEO Tickets.”“Der Shop muss auf jeden Fall bis zur Messe live sein. Komme was wolle!”

Sei es IT, (Produkt)Management oder Marketing: Überall gibt es (natürlicherweise) Engpässe und so richtig Ergebnisse bekommt man beim Thema SEO erst nach Monaten. Warum also sich damit heute herumärgern? Der Account Manager der SEO Agentur ist ja sowieso nervig und meckert ständig rum – pardon – möchte die Webseite noch weiter besser machen.

3.2. Mangelnde oder überschüssige Kommunikation

 
Entweder tobt der CC-Krieg mit anschließendem Meeting-Marathon oder es herrscht Funkstille. Den Mittelweg habe ich bisher nur bei erfolgreichen Kunden gesehen. Zufall? Bestimmt. Mir ist es unheimlich wichtig bei eMails in Kopie zu stehen, weil ich die Prozesse im Unternehmen als Suchmaschinenoptimierer steuern muss. Das ist essentiell. Was man aber nicht gebrauchen kann ist eine langwierige Entscheidungsfindung und zielloser Argumentationsaustausch, der von den Hauptproblemen ablenkt und unnötigen Overhead produziert.

Und wo liegt bei Ihnen der Hund begraben?

Der Text ist bewusst provokativ und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Er ist alles andere als ein “Bashing” und vielmehr eine Hommage. Vielleicht kommt ein zweiter Teil aus Unternehmenssicht auf die Dienstleister :)

Bild: © Photo-K – Fotolia.com

2 Comments

  1. René Walter says: 9. April 2013 • 09:20:07

    Nicht zu vergessen, Kunden haben von SEO keine Vorstellungen und kochen ihr eigenes Wasser, also ein wenig SEO Kenntnisse sollten Unternehmen schon haben, um zusammen mit einer SEO Agentur gute Ergebnisse zu erzielen, gerade wenn es Redaktionsinhalte sind, muss eben im Unternehmen gut vorgearbeitet werden, aber wenn Texte für Printmedien geschrieben werden, sind diese eben nicht immer optimal für das Online Business.

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